Eye-Tracking Fallstudie

Eye Tracking Fixationen

Analyse altersbezogener und zeitlicher Muster in Eye-Tracking-Fixationsdaten mit statistischer Modellierung und Robustheitsanalyse.

Semester

Winter 2024/2025

Institution

TU Dortmund

Fokus

Statistische Modellierung

Tools

R / Python / Statistics

Projektüberblick

Eye-Tracking ist eine Methode, mit der gemessen wird, wohin und wie lange Personen ihren Blick in einer visuellen Umgebung richten. Durch die Analyse von Augenbewegungen lassen sich Einblicke in Kognition, Aufmerksamkeit, Verhalten und Entscheidungsprozesse gewinnen.

In dieser Fallstudie habe ich mit einem öffentlich verfügbaren Datensatz des Nemo Science Museum in Amsterdam gearbeitet. Die Teilnehmenden betrachteten zehn Sekunden lang ein detailreiches Bild, während ihr Blickverhalten aufgezeichnet wurde. Der Fokus des Projekts liegt auf Fixationsdauern und darauf, wie diese sich je nach Alter und über die Zeit des Experiments verändern können.

Ziele

Die Analyse konzentriert sich auf zwei zentrale Forschungsfragen:

Alter und Augenbewegungen Nehmen Fixationsdauern während der Kindheit mit zunehmendem Alter ab und steigen später im Leben wieder an?
Fixationsmuster über die Zeit Gibt es systematische Veränderungen der Fixationsdauern im Verlauf des Experiments?

Daten

Der Datensatz enthält Aufzeichnungen von mehr als 2.600 Teilnehmenden. Jede Person betrachtete ein Bild über eine feste Dauer, während Blickkoordinaten, Zeitstempel, Pupilleninformationen und fixationsbezogene Merkmale aufgezeichnet oder abgeleitet wurden. Link zum Datensatz

Datenstruktur

  • Vorverarbeitete Daten: Blickpositionen, x/y-Koordinaten, Pupillengröße, Zeitstempel und experimentelle Ereignismeldungen.
  • Verarbeitete Daten: erkannte Fixationen mit durchschnittlichen x/y-Koordinaten und Fixationsdauer.
  • Demografische Daten: personenbezogene Informationen wie Geschlecht und Geburtsjahr.

Methodik

Das Projekt nutzte statistische Analysemethoden, um den Zusammenhang zwischen Fixationsverhalten, Alter und zeitlichen Mustern während der Betrachtungsaufgabe zu untersuchen. Die Analyse reichte von deskriptiver Exploration bis zu inferenzieller Modellierung.

Analyse-Pipeline

  1. Datenvorverarbeitung: Umwandlung roher oder vorverarbeiteter Blickdaten in Fixationsdaten.
  2. Explorative Analyse: Untersuchung von Verteilungen, fehlenden Werten, Altersgruppen und Fixationsdauern.
  3. Statistische Modellierung: Analyse altersbezogener und zeitabhängiger Muster im Fixationsverhalten.
  4. Robustheitsprüfungen: Bewertung, ob die Ergebnisse unter alternativen Verarbeitungsschritten stabil bleiben.

Robustheitsanalyse

Als zusätzlicher Schritt wurde untersucht, wie empfindlich die Ergebnisse gegenüber Änderungen in der Datenverarbeitungspipeline sind. Dies ist wichtig, da Eye-Tracking-Ergebnisse durch Vorverarbeitungsschritte und Parameter der Fixationserkennung beeinflusst werden können.

  • Anpassung von Hyperparametern im Algorithmus zur Fixationserkennung.
  • Vergleich alternativer Verarbeitungspipelines.
  • Berücksichtigung von Rauschen oder fehlenden Daten zur Bewertung der Stabilität.

Ergebnis

Das Projekt hat meine Fähigkeit gestärkt, mit experimentellen Daten zu arbeiten, Rohmessungen in analysefähige Merkmale zu überführen und statistisches Denken auf Verhaltensdaten anzuwenden. Außerdem hat es mein Verständnis dafür verbessert, wie Vorverarbeitungsschritte nachgelagerte Modellierungsergebnisse beeinflussen.

Eye Tracking Fixation Data Statistical Modelling Data Preprocessing Robustness Analysis TU Dortmund

Referenzen

  • De Haas et al. (2019): Individual differences in visual salience vary along semantic dimensions.
  • Duchowski (2017): Eye Tracking Methodology: Theory and Practice.
  • Hessels et al. (2020): Task-related gaze control in human crowd navigation.
  • Holmqvist et al. (2011): Eye Tracking: A Comprehensive Guide to Methods and Measures.
  • Nuthmann et al. (2010): A computational model of fixation durations in scene viewing.
  • Salvucci & Goldberg (2000): Identifying fixations and saccades in eye-tracking protocols.